Singapur steht unter dem ständigen Druck, sich immer neu erfinden und sein Stadtbild verändern zu wollen. Wo heute noch eine grüne Wiese zum Spielen und Picknicken ist, steht morgen ein luxuriöses Shoppingcenter mit exklusiven Marken. Durch diese ständigen Veränderungen vergisst der Mensch schnell, was heute nicht mehr ist und früher einmal war.
Seit August präsentiert das NUS Museum in ihrer Ausstellung »I Polunin« den einzigartigen Blick des vorsichtigen Beobachters und Wissenschaftlers Ivan Polunin auf Singapurs Vergangenheit. Seine große Neugier am alltäglichen Leben des früheren Singapurs und der malaysischen Welt ist in Audio- und Fotoaufnahmen, Filmmaterial und Dokumenten festgehalten und zeigt eine Welt, die heute so kaum noch existiert.
Die Ausstellung zielt auf die Erinnerung an Vergangenes ab, aber auch auf die menschliche Eigenschaft, Dinge zu vergessen, wenn sie nicht mehr existieren. Erkennt man in einigen Aufnahmen noch bekannte Gegenden und Ereignisse, so zeigen sich dagegen in anderen Darstellungen bereits Orte und Dinge, die heute so nicht mehr existent sind.

Wissenschaftler und Forscher
Geboren am 12. Dezember 1920 in London verbrachte Ivan Polunin seine Kindheit und Jugend mit seinem russischen Vater und seiner englischen Mutter zunächst an der Themse. Sein großes Interesse an den Naturwissenschaften und der Medizin brachte ihn 1948 nach Südostasien.
Hier begann er 1952 unter der Kolonialregierung von Nordborneo eine umfangreiche Krankheitsstudie der ethnischen Volksgruppe Muruts in Nordborneo, dem heutigen Sabah in Malaysia. Ziel seiner Forschung war es, mehr über die gesundheitliche Lage der Menschen und die unterschiedlichen Tropenkrankheiten in Erfahrung zu bringen. Dabei entstanden seine ersten Filmaufnahmen, die nicht nur Aufnahmen von Krankheiten zeigten, sondern auch das alltägliche Leben der indigenen Völker darstellten. Seitdem war das Fotografieren und Filmen für Ivan Polunin nicht nur eine Form des Dokumentierens, sondern vielmehr ein abenteuerliches Erforschen des exotischen Fernen Ostens.
Annkatrin Zink | Fotos: Ivan Polunin + NUS

I Polunin: Memories of Singapore through Films and Photographs
NUS Museum, University Cultural Centre – National University of Singapore
50 Kent Ridge Crescent
Noch bis 3. Januar 2010
Wann: Donnerstag bis Samstag: 10:00 Uhr – 19:30 Uhr; Sonntag: 10:00 Uhr – 18:00 Uhr; Montag & Feiertage geschlossen
Eintritt: frei
»Singapur in den 60er Jahren«
Am 9. November erinnert sich Dieter Gumpert im Clubhaus der German Association an seine Anfänge in Singapur und erzählt über den Wandel der Stadt.






